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Neue Perspektiven für angehende Fachkräfte Keinen ganz normalen Schultag erlebten die angehenden Erzieher*innen des Berufskollegs Bergheim am Freitag, den 12.04.2019: Denis Pioggia, Studierender an der Fachschule für Sozialpädagogik, steht mit Notizblock und Stift im Erdgeschoss des BK Bergheim in Oberaußem und ist beeindruckt. Um ihn herum herrscht geschäftiges Treiben, haben viele fleißige Hände Klassenräume und Flur in eine wahre Bildungslandschaft verwandelt. Mittendrin: Die Berufspraktikantinnen und –praktikanten des BK. Sie stellen an diesem Freitag die Ergebnisse der Arbeit vor, die sie im Rahmen ihrer einjährigen praktischen Tätigkeit im pädagogischen Bereich geleistet haben. Diese Phase, in der die angehenden Fachkräfte einerseits keine „Fachschüler“ mehr sind, zugleich aber auch noch keine voll ausgebildeten Erzieher*innen, bietet ihnen vielfältige Möglichkeiten, das eigene professionelle Handeln unter Anleitung weiter zu entwickeln. Erst nach diesem Jahr erhalten sie ihre Staatliche Anerkennung. Und welche kreativen und fachlichen Potenziale die Berufspraktikantinnen in der letzten Phase ihrer Ausbildung entfalten konnten, das zeigten sie am vergangenen Freitag.  Von Weltraum bis Yoga, von Krippe bis Heimerziehung – die in liebevoll gestalteten Präsentationen vorgestellten Angebote und Arbeitsfelder waren vielfältig und ermöglichten Einblicke in die gesamte Breite des Erzieherberufs. Die zahlreichen sich daraus ergebenden Möglichkeiten zum fachlichen Gespräch und Erfahrungsaustausch wurden von den  Besucherinnen und Besuchern gern wahrgenommen. So auch von Katharina Seis, die im Sommer ihr Berufspraktikum beginnen wird: „Ich finde es wirklich toll, dass es diesen Tag gibt. Die Einblicke, die ich hier bekomme, machen mir richtig Lust aufs Anerkennungsjahr und darauf, längerfristig an einem Thema arbeiten zu können.“ Besonders gut gefallen hat ihr dabei das Yoga-Angebot von Yolandah Judith Paganja. Die Berufspraktikantin hat sich bei ihrem Thema an den aktuellen Bedürfnissen der Kinder in ihrer Einrichtung orientiert: „Ich habe recht schnell gemerkt, dass viele Kinder irgendwie nervös waren und Schwierigkeiten hatten, zur Ruhe zu kommen. In Absprache mit meiner Praxisanleitung habe ich dann überlegt, Kinderyoga anzubieten und dazu auch eine Fortbildung besucht.“ Der Erfolg, so sagt sie, gebe ihr Recht: „Die Kinder sind wirklich ruhiger und achtsamer.“ Ihre Praxisanleiterin Monique Müller, die sie zur Projektvorstellung begleitet hat, stimmt zu: „Das Kinderyoga ist so gut angenommen worden, auch von den Eltern, dass wir es zu einem dauerhaften Bestandteil unserer Arbeit gemacht haben.“ So sei der Impuls der Absolventin des BK Bergheim in den KiTa-Alltag integriert worden und auch eine kleine Broschüre für Übungen zu Hause erstellt worden, die den Eltern mitgegeben wurde. Ein ganz anderes Thema hat Lisa Kräutler in ihrem Berufspraktikum mit den Kindern bearbeitet. Bei ihr ging es hoch hinaus – in den Weltraum. „Raumschiffe und Planeten stehen bei den Vorschülern derzeit hoch im Kurs“, erzählt sie. Und als sich dann mit der Mondfinsternis auch noch ein aktuelles Ereignis ankündigte, habe sie beschlossen, sich auf das Wagnis einzulassen. „Natürlich habe ich zuerst gedacht: ,Oh man, wie sollst du das denn umsetzen?‘“ Eine der großen Herausforderungen sei gewesen, das Thema altersentsprechend anschaulich zu gestalten. Gemeinsam mit den Kindern habe sich das aber gut bewältigen lassen: „Die Vorschüler sind wirklich fit und hatten wirklich tolle Ideen, die wir dann zusammen weiter entwickelt haben.“ So sei über einen Zeitraum von rund fünf Wochen der Kreativbereich in ein Planetarium verwandelt worden, in dem die Planeten des Sonnensystems nachgebildet wurden. „Die Kinder wollten, dass die Planeten leuchten, also haben wir überlegt, wie wir das umsetzen können. Am Ende haben wir sie dann als Laternen nachgebaut, so wie an St. Martin“, erzählt die angehende Fachkraft. Für die zahlreichen interessierten Besucher*innen hat Kräutler an diesem Morgen – neben vielen Informationen – auch noch etwas Handfestes mitgebracht: eine Schüssel mit „Mondsand“ aus Mehl und Öl, der, so zeigt sich, nicht nur Vorschüler zum Kneten und Formen einlädt.