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Projekte   Abenteuer Finnland 2015 – ein Erasmus+ Projekt Was bringt 11 angehende Erzieher/innen und Kinderpfleger/innen des Berufskollegs in Bergheim dazu, 2000 km weit in ein Land im äußersten Norden Europas zu reisen, dessen Sprache sie nicht sprechen, um dort ein dreiwöchiges Praktikum in einer Kindertageseinrichtung zu absolvieren? Eine Portion Abenteuerlust, eine Prise Neugierde, ein Pfund Interesse an dem Erziehungssystem eines Landes, das im internationalen Vergleich immer Bestnoten erhält und die großzügige Unterstützung dieses Unternehmens aus EU-Mitteln. Es war sicher auch in diesem Jahr diese Mischung, die unsere Schüler/innen motivierte, in das „Abenteuer Finnland 2015“ zu starten. Drei Wochen konnten sie in der südfinnischen Region Kouvola  in verschiedenen  Kindertageseinrichtungen und Praxisstellen der Familienhilfe Einblicke in das finnische Sozial- und Erziehungssystem gewinnen. Unterstützt wurden sie dabei von Herrn Leyendecker, Lehrer des Berufskollegs in Bergheim und vor Ort von Tanja Kantanen, EU-Projektkoordinatorin  unseres Partnerberufskollegs KSAO in Kouvola, die nicht nur für eine gute Organisation der Praxisstellen, sondern auch für ein interessantes Freizeit- und Kulturprogramm sorgte. So gehörten der Besuch des Nationalparks Repovesi, der Besuch eines Baseballspiels des heimischen Erstligisten Kouvola (KPL) und das Erleben der finnischen Saunakultur zu den Highlights der Reise, die in einem zweitätigen Aufenthalt in der Hauptstadt Helsinki ihren touristischen Abschluss fand. Was die Qualität der finnischen Kindertageseinrichtungen angeht, wurden  in vielen Reflexionsgesprächen die Unterschiede in den Rahmenbedingungen als grundlegend ausgemacht. Engagierte Erzieher/innen gibt es sowohl in Deutschland als auch in Finnland. In Finnland aber sind die Erzieher/innen allein für die pädagogische Betreuung der Kinder zuständig, Sauberkeit   der Räume und Verpflegung der Kinder sind Aufgabe zusätzlicher hauswirtschaftlicher Mitarbeiterinnen, die in jeder Kindertagesstätte zu finden sind.  Tragend für die Konzepte der finnischen Kindertageseinrichtungen sind, so die Erfahrungen unserer Studierenden, der tägliche Aufenthalt im Freien egal bei welchem Wetter, eine gesunde Ernährung und Bewegung. Das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung (mit 7 Jahren) ist für alle Kinder verpflichtend und hat einen deutlichen Schwerpunkt in der vorschulischen Bildung und Erziehung. Und die Verständigung?  Für das Erlernen der finnischen Sprache war die Zeit zu kurz, aber welche Bedeutung die englische Sprache für die europäische Kommunikation hat,  das haben alle erfahren und ihre Sprachkenntnisse aktiv erprobt und erweitert. Ebenfalls waren die PraktikantInnen immer wieder gefordert, sich in ihren Praxiseinrichtungen „mit Händen und Füßen“ ,vor allem mit den Kindern, zu verständigen. Die Bereitschaft und der Mut, all dies zu tun, hat Tag für Tag zu einer erfolgreichen Kommunikation beigetragen. Insgesamt ein Blick über den Tellerrand, der sich gelohnt hat, so einstimmiges Fazit der Schülergruppe: „Wir haben nicht nur die finnische Kultur, Kindergärten und Menschen kennengelernt, auch unter uns sind echte Freundschaften entstanden.“ Kiitos – Danke –  für die vielfältigen Erfahrungen mit durchweg freundlichen Menschen in Finnland. Und wer weiß, vielleicht ist es ja nicht das letzte Auslandspraktikum!